Qualitativ, nicht quantitativ
Zuletzt aktualisiert 21.5.2026
Die erste Regel von Akt 5 ist negativ:
Bewerte eine Linie nicht, indem du Punkte addierst.
Stärke im Wen Wang Gua ist qualitativ. Eine Linie kann blühend, gestützt, schwach, leer, gebrochen, gebunden, heimlich aktiv oder auf Freigabe wartend sein. Diese Zustände verhalten sich nicht wie Zahlen in einer Tabelle.
Monats-Stütze plus Tages-Stütze plus Bewegung ergibt eine höhere Punktezahl.
Leere, Bruch, Stütze, Bewegung und Bindung verändern jeweils das, was die Linie tatsächlich tun kann.
Warum Zahlen scheitern
Ein numerisches Modell verbirgt die wichtigsten Unterschiede.
Eine wirklich leere Linie wird nicht nützlich, nur weil mehr Stützpunkte hinzukommen.
Eine gebrochene Linie braucht Rettung, nicht einen etwas besseren Mittelwert.
Eine Linie kann mächtig und dennoch handlungsunfähig sein, weil eine Verbindung sie hält.
Eine Stützkette kann günstig aussehen und scheitern, weil ein Glied die Erzeugung nicht weiterreichen kann.
Das Problem ist nicht, dass Zahlen ungenau sind. Das Problem ist, dass die Zustände unterschiedliche Tatsachen-Arten sind. Leere ist Verfügbarkeit. Monats-Bruch ist jahreszeitlicher Schaden. Bindung ist ausgesetztes Handeln. Eine einzige Punktezahl würde Unterschiede einebnen, die die Deutung getrennt halten muss.
Die Stärke-Stufen
Der Kurs verwendet Stufen als Arbeitsbeschriftungen. Sie sind keine arithmetischen Werte.
Jahreszeitlich ermächtigt, auf dem Monat oder Tag oder stark verstärkt.
Genug gestützt, um zu handeln, sofern kein Sonderzustand sie blockiert.
Weder klar überlegen noch klar versagend. Der Kontext zählt.
Vorhanden, doch unter Druck oder jahreszeitlich ungünstig platziert.
Schlecht platziert oder beschädigt, doch nicht notwendigerweise abwesend.
Wirklich leer oder anderweitig außer Betrieb, bis eine auflösende Bedingung erscheint.
Gemischt heißt nicht „Durchschnitt“. Es bedeutet, dass die Linie widersprüchliche Bedingungen trägt und nach Vorrang gelesen werden muss: zuerst Sonderzustände, dann die jahreszeitliche Grundlage, dann der Tages-Modifikator, dann die inneren Wechselwirkungen.
Die praktische Regel
Frage beim Lesen einer Linie:
- Ist sie vorhanden?
- Ist sie gebrochen?
- Was ist ihre jahreszeitliche Grundlage?
- Was tut der Tag mit ihr?
- Ist sie bewegt, gebunden, gestützt, kontrolliert oder Teil eines Feldes?
Erst nach diesen Fragen solltest du ihren Zustand zusammenfassen.
Eine Linie mit drei sichtbaren Stützen kann dennoch scheitern, wenn sie leer, gebrochen, gebunden oder blockiert ist.
Was dieses Modul festlegt
Stärke ist ein Zustandsurteil, keine Punktezahl.
Akt 5 wird zu dieser Regel immer wieder zurückkehren: Klassifiziere zuerst den Zustand der Linie, frage dann, was sie tatsächlich erreichen kann.