Wen Yan
Das Ursprüngliche ist der Anfang des Guten, Gelingen das Zusammenkommen des Schönen, Vorteil die Harmonie des Rechten, Standhaftigkeit der tragende Pfeiler des Handelns. Der Edle verkörpert Menschlichkeit und kann dadurch Menschen führen; durch das schöne Zusammenkommen vermag er die Riten zu vereinen; indem er den Dingen nützt, harmonisiert er das Rechte; durch standhafte Festigkeit vermag er die Angelegenheiten zu tragen. Weil der Edle diese vier Tugenden lebt, heißt es bei Qian: ursprünglich, gelingend, förderlich, standhaft. Bei Anfang Neun heißt es: Verborgener Drache, nicht vortreten. Was bedeutet das? Der Meister sprach: Der Drache ist einer, der Tugend besitzt und verborgen bleibt. Er passt sich der Welt nicht an und macht sich keinen Namen. Er zieht sich der Welt zurück und ist doch nicht bekümmert; er wird nicht anerkannt und ist doch nicht bekümmert. Wenn Freude da ist, folgt er ihr im Handeln; wenn Sorge da ist, zieht er sich zurück. Unerschütterlich bleibt er darin, dass man ihn nicht herausreißen kann: das ist der verborgene Drache. Bei Neun auf zweitem Platz heißt es: Drache erscheint auf dem Feld. Förderlich ist es, die große Persönlichkeit zu sehen. Was bedeutet das? Der Meister sprach: Das ist Drachentugend, recht und in der Mitte. In gewöhnlichen Worten verlässlich, im gewöhnlichen Handeln sorgfältig, hält er das Verkehrte fern und bewahrt seine Aufrichtigkeit. Er tut der Welt Gutes, ohne sich zu rühmen; seine Tugend ist weit und wirkt verwandelnd. Darum heißt es: Drache erscheint auf dem Feld. Förderlich ist es, die große Persönlichkeit zu sehen. Das ist Herrschertugend. Bei Neun auf drittem Platz heißt es: Der Edle ist den ganzen Tag schöpferisch tätig, und am Abend bleibt er wachsam wie in Gefahr. Kein Makel. Was bedeutet das? Der Meister sprach: Der Edle bringt seine Tugend voran und pflegt sein Werk. Treue und Verlässlichkeit sind es, wodurch er seine Tugend voranbringt. Seine Worte zu ordnen und darin Aufrichtigkeit zu begründen, ist es, wodurch er in seinem Werk Bestand hat. Wer weiß, wohin es geht, und dorthin gelangt, mit dem kann man über den feinen Ansatz sprechen. Wer weiß, wie etwas endet, und es zu Ende führt, mit dem kann man das Rechte bewahren. Darum wird er in hoher Stellung nicht überheblich und in niedriger Stellung nicht mutlos. So bleibt er schöpferisch tätig und je nach der Zeit wachsam; selbst in Gefahr: Kein Makel. Bei Neun auf viertem Platz heißt es: Vielleicht springt er in den Abgrund. Kein Makel. Was bedeutet das? Der Meister sprach: Oben und unten sind ohne feste Form, doch nicht, weil er Unrechtes täte. Voranschreiten und Zurückweichen sind ohne feste Regel, doch nicht, weil er sich von den anderen löste. Der Edle bringt seine Tugend voran und pflegt sein Werk; er will die rechte Zeit ergreifen. Darum Kein Makel. Bei Neun auf fünftem Platz heißt es: Fliegender Drache am Himmel. Förderlich ist es, die große Persönlichkeit zu sehen. Was bedeutet das? Der Meister sprach: Gleiche Töne antworten einander, gleiche Kräfte suchen einander. Wasser fließt zum Feuchten, Feuer wendet sich dem Trockenen zu. Wolken folgen dem Drachen, Wind folgt dem Tiger. Wenn der Heilige hervortritt, schauen alle Wesen zu ihm auf. Was im Himmel gründet, neigt nach oben; was in der Erde gründet, neigt nach unten. So folgt jedes seiner Art. Bei Oben Neun heißt es: Zu hoch aufsteigender Drache. Reue. Was bedeutet das? Der Meister sprach: Edel und doch ohne Stellung, hoch und doch ohne Volk; tüchtige Menschen stehen unten und ohne Beistand. Darum bringt Handeln Reue hervor. Verborgener Drache, nicht vortreten: das bedeutet unten. Drache erscheint auf dem Feld: das bedeutet, dass die Zeit ihn dort verweilen lässt. Den ganzen Tag schöpferisch tätig: das bedeutet Handeln in den Angelegenheiten. Vielleicht springt er in den Abgrund: das bedeutet Selbstprüfung. Fliegender Drache am Himmel: das bedeutet Herrschaft in der Höhe. Zu hoch aufsteigender Drache. Reue: das ist das Unheil äußerster Erschöpfung. Wenn das ursprüngliche Qian die Neunen gebraucht, ist die Welt geordnet. Verborgener Drache, nicht vortreten: die Yangkraft ist verborgen und gespeichert. Drache erscheint auf dem Feld: unter dem Himmel herrschen Klarheit und Kultur. Den ganzen Tag schöpferisch tätig: er geht mit der Zeit. Vielleicht springt er in den Abgrund: dann wandelt sich der Weg des Qian. Fliegender Drache am Himmel: dann steht er auf dem Platz himmlischer Tugend. Zu hoch aufsteigender Drache. Reue: er gelangt mit der Zeit an den äußersten Punkt. Wenn das ursprüngliche Qian die Neunen gebraucht, sieht man darin das Maß des Himmels. Dass das ursprüngliche Qian Gelingen hat, heißt: Es beginnt und gelangt so zum Gelingen. Dass Förderlich ist es, standhaft zu bleiben., das ist Natur und Regung. Qian kann, indem es beginnt, der Welt durch schöne Förderung Nutzen bringen; es spricht nicht aus, worin der Nutzen liegt. Wie groß ist das. Groß ist wahrlich Qian: hart und stark, mittig und recht, rein und ganz. Die sechs Linien entfalten ihre Wirkung und durchdringen so auch seitwärts die Regungen. Der Zeit gemäß auf sechs Drachen zu reiten, um den Himmel zu lenken; Wolken ziehen und Regen fällt, und unter dem Himmel wird Frieden. Der Edle nimmt vollendete Tugend als sein Handeln; es ist ein Handeln, das Tag für Tag sichtbar werden kann. Wenn vom Verbergen gesprochen wird, dann ist etwas verborgen und noch nicht sichtbar; es handelt sich, aber ist noch nicht vollendet, deshalb setzt der Edle es nicht ein. Der Edle lernt, um zu sammeln, fragt, um zu unterscheiden, lebt darin mit Weite und handelt daraus in Menschlichkeit. Darum heißt es: Drache erscheint auf dem Feld. Förderlich ist es, die große Persönlichkeit zu sehen. Das ist Herrschertugend. Neun auf drittem Platz ist doppelt hart und nicht mittig; oben ist es nicht am Himmel, unten nicht auf dem Feld. Darum bleibt es den ganzen Tag schöpferisch tätig und je nach der Zeit wachsam; selbst in Gefahr: Kein Makel. Neun auf viertem Platz ist doppelt hart und nicht mittig; oben nicht am Himmel, unten nicht auf dem Feld, in der Mitte nicht unter Menschen, darum heißt es vielleicht. Vielleicht bedeutet Zweifel, darum Kein Makel. Die große Persönlichkeit stimmt in ihrer Tugend mit Himmel und Erde überein, in ihrer Helligkeit mit Sonne und Mond, in ihrer Ordnung mit den vier Jahreszeiten, in Glück und Unglück mit Geistern und Göttern. Günstig. Sie geht dem Himmel voraus, und der Himmel widerspricht ihr nicht; sie folgt dem Himmel nach und richtet sich nach der Zeit des Himmels. Wenn schon der Himmel ihr nicht widerspricht, wie viel weniger die Menschen, wie viel weniger Geister und Götter. Wenn vom Zuhochsteigen gesprochen wird, dann kennt man das Vorangehen, aber nicht den Rückzug, kennt das Bleiben, aber nicht den Untergang, kennt das Gewinnen, aber nicht den Verlust. Wohl nur der Heilige! Nur der Heilige kennt Vorangehen und Rückzug, Bleiben und Untergang und verliert dabei das Rechte nicht.